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Analog denken, um ein digitaler Champion zu werden. Oder: Wie Quantenphysik den Wert des Internet der Dinge erhöht

 

Analog denken, um ein digitaler Champion zu werden. Oder: Wie Quantenphysik den Wert des Internet der Dinge erhöht

 

Von Franz Winterauer

Kürzlich las ich einige Artikel in der Financial Times, Wired, arsTECHNICA und anderen Publikationen darüber, dass Google einen Quantencomputer gebaut hat, der herkömmliche „Super-Computer“ um Längen schlägt (obwohl die schon nicht langsam sind). Einige sprechen bereits vom „Beginn“ und der „Überlegenheit“ von Quantencomputern. Kommt das Skynet aus Terminator nun endlich in unsere Häuser? Noch nicht ganz, befürchte ich ...

Allerdings haben diese Artikel über Quantenphysik mich als Physiker an einige Ideen erinnert, die seit geraumer Zeit in meinem kleinen menschlichen Gehirn umherwandern. Zunächst muss ich die wissenschaftliche Entwicklung um ein paar Jahre zurückdrehen:

Einer der jüngsten Meilensteine in der Geschichte der Physik sind sogenannte Doppelspaltexperimente (https://de.wikipedia.org/wiki/Doppelspaltexperiment), die unsere Ansicht über die wahre Natur der Welt vollkommen verändert haben und die Basis für die neue Welt der Quantenmechanik geworden sind. Früher haben Physiker versucht, zu bestimmen, ob Dinge (z. B. Photonen, Elektronen, Atome usw.) Partikel oder Wellen sind. Ein Partikel kann keine Welle sein. Eine Welle kann kein Partikel sein. Es ist entweder das Eine oder das Andere. Das war jahrhundertelang die geltende Lehrmeinung. Punkt.

Wie Sie also aus Ihrer Schulzeit (hoffentlich noch) wissen, haben Doppelspaltexperimente zu dem paradoxen, aber erwiesenen (!) Ergebnis geführt, dass Quantenobjekte sowohl Partikel als auch Wellen sind.

Verflixt! Das passt überhaupt nicht in unser binäres System: 0 oder 1? Richtig oder falsch? Gut oder schlecht? Schwarz oder weiß? Ja oder nein? Alles oder nichts? Yoda oder Darth Vader? Na, Sie wissen schon was ich meine. ;-)

Matthias Horx, ein angesehener deutscher Forscher und Futurist, den ich in einem meiner ersten Blogartikel zitiert habe, ist der Meinung, dass wir beim Umgang mit Komplexität keine Angst vor Fehlern haben sollten, sondern vielmehr Simulationen und Experimente durchführen und vor allem uns selbst darin schulen sollten, den Wert von „sowohl-als-auch“ zu erkennen, anstatt auf „entweder-oder“ zu bestehen.

Das klingt jetzt vielleicht akademisch und theoretisch, aber ich werde Ihnen gleich aufzeigen, warum dieses „sowohl-als-auch“ so wichtig ist, wenn wir aus den heutigen IoT-Datenmassen einen Wert ziehen wollen:

Sehen Sie sich unsere Visualisierung an, die den großen Wert von schlechten Daten darstellt:


Wenn Sie anfangen, sich mit IoT auseinanderzusetzen, müssen Sie Ihre Komfortzone verlassen und zulassen, in eine Art „graues Denken“ einzutauchen. Denn unsere Kunden bringen oft selbsterschaffene Hindernisse zur Sprache, wenn es darum geht, anzufangen: Dieser Fokus, alles 100%ig machen zu wollen, ist das Hauptproblem und Haupthindernis vieler Experten: Sagen wir, Sie könnten mit Ihren „ach-so-schlechten“ Daten „nur“ 90 % Vorhersagesicherheit für einige Ausfälle erreichen, die Sie in Ihrem Stromnetz, in Ihrer Infrastruktur oder in Ihren Anlagen aufdecken möchten. Warum nutzen Sie also nicht diese 90 %, wo Sie doch heute, wenn wir ehrlich sind, vielleicht gerade einmal bei 50 % Vorhersagesicherheit liegen und für manche dieser Ausfälle – um es mal auf den Punkt zu bringen – sogar eine Münze werfen oder einfach nur die Daumen drücken.

Take-Away #1: Auf 90 % zu verzichten, weil Sie 100 % nicht erreichen können, ist eine schlechte Idee. Etwas ist immer noch besser als nichts!

Einige Artikel in der Literatur beziehen sich auf „Big Bad Data“. Ich nenne es lieber „Big Good Data“, denn Sie werden erstaunt sein, wie viel diese Daten Ihnen bereits über Ihre Infrastruktur erzählen können. Oder vielleicht können wir es auch „Schlechte Daten – großer Wert“ nennen?

Take-Away #2: Haben Sie selbst als Experte in Ihrem Bereich auch einmal den Mut, zu sagen „Ich weiß es nicht“. Geben Sie Ihren „schlechten“ Daten die Chance, Ihnen zu helfen ...

Kommen wir noch einmal zum „analogen Denken“ zurück, das ich im Titel des Artikels angesprochen habe: Denken Sie nicht mehr „entweder-oder“. Seien Sie offen und versuchen Sie es mit dem „sowohl-als-auch“-Ansatz. Verwenden Sie nicht nur die binären Fakten 0 oder 1. Akzeptieren Sie auch die analogen Werte dazwischen. Denn dann sind Sie bereit, ein digitaler Champion zu werden. Ziemlich cool, oder?

In meinem letzten Blog-Beitrag habe ich dafür plädiert, sich die Finger „mit Ihren eigenen Daten schmutzig zu machen“ und einen „Proof of Value” (POV)“-Ansatz zu nutzen, um zu verstehen, welch unvermutet großer Wert in Ihren Daten steckt – selbst in Ihren „Big Bad Data“.

Glauben Sie mir, Sie werden überrascht sein! Na ja, und für diejenigen unter Ihnen, die immer noch den Ja/Nein-Ansatz bevorzugen, habe ich ein paar ganz einfache Tipps: Kommen wir noch einmal auf das Thema POC (Proof of Concept)/POV aus meinem vorherigen Artikel zurück: Take-Away #3: Einige Entscheidungsträger werden immer nach Entschuldigungen suchen (und welche finden), wenn sie sich nicht mit der Analyse ihrer Daten beschäftigen möchten. (Ich habe letztes Jahr dazu einen Artikel geschrieben, glaube ich). Aber wenn Sie keine Ausreden suchen und wenn Sie es wirklich in Angriff nehmen wollen, werden Ihnen diese drei einfachen Regeln helfen, Wert aus Ihren bestehenden Daten und Ihren zukünftigen IoT-Daten zu schöpfen:
1. Bauen Sie die „entweder-oder“-Barriere in Ihrem Denken ab!
2. Seien Sie offen für „sowohl-als-auch“!
3. Tun Sie es einfach!

Take-Away #4: In Österreich gibt es ein Sprichwort: „Man kann nicht nur ein bisschen schwanger sein“, denn in diesem Fall ist es eine klare Ja/Nein-Geschichte, es gibt nur entweder oder. Aber wenn es um IoT-Daten geht, ist genau das Gegenteil der Fall: Sie können mehr oder weniger Wert generieren.

Denken Sie analog. ;-)

Natürlich könnte ich Ihnen an dieser Stelle von Kosteneinsparungen, höherer Effizienz, Risikoreduzierung, besserer Wartung, Serviceverbesserung, Wettbewerbsvorteilen, neuen Geschäftsmodellen und neuen Einkommensströmen erzählen – aber ich wette, sehr viele Lieferanten haben dies bereits getan.

Die Frage ist: Haben Sie einen dieser Vorteile erreicht?

Falls ja: Herzlichen Glückwunsch!

Falls nein: Warum nicht? Vielleicht müssen Sie Ihren Ansatz ändern – zu dem ich hier spreche. ;-)

Sie wissen ja, wie Sie mich erreichen können ...

 

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